Parque de la Naturaleza de Cabárceno

Den “Parque de la Naturaleza de Cabárceno” zu besuchen war, schon seit einiger Zeit ein Traum von mir. Bereits vor der Jahreshauptversammlung des Vereins “Elefanten Schutz Europa e. V.” im Jahre 2011, bei dem ein Vortrag über diesen Zoo und seine Elefanten gehalten wurde und der Veröffentlichung eines Artikels über Cabarceno im Magazin des Vereins, habe ich von diesem Park gehört. Aber nach dem Vortrag, den Fotos und dem Artikel stand für mich fest: da muss ich hin!

Anfang Septemter 2012 war es dann soweit. Ich habe mich gleich eine ganze Woche in einer Posada – ein Gästehaus – die direkt neben der Elefantenanlage ist, einquartiert. Der Eintrittspreis pro Tag liegt bei 24€. Eine Jahreskarte kostet 42€. Daher lag es auf der Hand, dass ich mir eine Jahreskarte zu legte und mir gleich eine Jahreskarte für den Zoo gekauft. Ende Juni 2013 bin ich gleich wieder hin - die Jahreskarte musste ja nochmal genutzt werden.

Der Parque de la Naturaleza de Cabárceno wurde 1990 eröffnet. Er befindet sich auf einem alten Mienengelände, in dem Erz abgebaut wurde. Der Zoo ist 750 Hektar groß hat mehr als 20 km Wege und ist eingebettet in Felzformationen mit rot-brauner Erde. Der Zoo ist nicht, wie in Spanien sonst üblich, ein privat betriebener Zoo, sondern wird von der Automonen Gemeinschaft Katabrien verwaltet. Das heißt aber nicht, dass er im finanziellen Überfluss verwaltet wird. Die Finanzkrise macht sich auch hier bemerkbar.

Den Park kann man bzw. muss man auf Grund der Größe mit dem Auto befahren. Zahlreiche Parkplätze bieten einem aber die Möglichkeit den Wagen zu verlassen und die Gehege bzw. den Parque zu Fuß zu besichtigen.
Der Park ist so groß, dass man es kaum schafft ihn an einem Tag komplett und in Ruhe zu besichtigen.

In Cabarceno leben zur Zeit 14 afrikanische Elefanten:

Die Bullen

Jumar, geb. 15.04.1998
Coco, geb. 14.06.2000
Yambo, geb. 29.03.2004
namenloses Bullkalb, geb. 12.05.2012

sowie die Kühe

Penny, geb. 1981
Zambi, geb. 1981
Laura, geb. 1983
Kira, geb. 04.02.1995
Hilda, geb. 10.04.2001
Kenia, geb. 14.08.2001
Brisa, geb. 28.03.2003
Infinita, geb. 03.05.2005
Christina, geb. 18.06.2006
namenloses Kuhkalb, geb. 07.10.2011

Bei meinem ersten Besuch waren es noch 16 Tiere:

  • Im November 2012 wurde der Bulle Pambo, Vater der beiden Kälber nach Valencia abgegeben. Dort verstarb er im Januar 2013.
  • Nach Auseinandersetzungen mit einer anderen Kuh musste Gustl im ersten Quartal 2013 wegen schweren Verletzungen eingeschläfert werden.

Hier gibt es nähere Informationen über die Elefanten in Cabarceno 

Als ich an der Posada ankam, war überwältigt von dem riesigen Areal, das den Elefanten zu Verfügung steht. Satte 25 Hektar teilen sie sich mit 8 Wasserbüffel und an die 30 Antilopen -  genügend Platz für alle Tiere sich auch mal aus dem Wege zu gehen.

Die Anlage ist fast zur Hälfte außerhalb des Parks zu Fuß zu umrunden. Ca. ein Viertel der Anlage im Park wird auf natürliche Weise durch Felsen abgegrenzt.
Der Park hat 2 Eingänge. Der Haupteingang befindet sich in der Ortschaft Obregon. Der Nebeneingang bedfindet in Cabarceno, direkt bei den Elefanten und einen Katzensprung von meinem Quartier entfernt. Vom Balkon – und sogar vom Bett aus – konnte ich auf die Anlage sehen.

Das Haus hat 18 kleine Boxen. Durch die direkte Nähe zur Ortschaft können die Elefanten nicht auch die Nächte im Freien blieben. Daher werden sie morgens gegen 09.00 – 09.30 Uhr raus gelassen und abends gegen 19.00 Uhr ins Haus geholt werden.

Die Elefanten in Cabarceno unterteilen sich in 3 Gruppen.

Zambi-Gruppe
Die Zambi-Gruppe besteht aus einer von zwei Matriachinnen – Zambi – und ihren Töchtern Kenia und Infinita.
Zambi angeschlossen haben sich das Mutter-Tochter Duo Gustl und Brisa. Nach Gustls Tod allerdings sondert sich Brisa ab und ist die meiste Zeit alleine oder ist oft bei einem oder beiden Bullen anzutreffen.

Penny Gruppe
Die zweite Gruppe besteht aus der zweiten Matriachin Penny, ihrer Tochter Kira und Kiras noch namenlosen Tochter.
Penny angeschlossen hat sich Laura, ihre “Adoptivtochter” Hilda, Hildas noch namenloses Bullkalb sowie Lauras Sohn Yambo. Yambo geht schon häufig seine eigenen Wege. Selbständiger ist Lauras ältere Sohn Coco.

Zwei “Außenseiter” sind Christina und Jumar. Christina wurde von ihrer Mutter Kira nach der Geburt nicht angenommen und musste per Hand aufgezogen werden (eine von wenigen gelungenen Handaufzuchten). Jumar leistet ihr auf einem kleinen abgesperrten Gehege Gesellschaft.

 


(09-2012: ein einziges Mal posierten alle 16 Elefanten für ein gemeinsames Foto)

Vor meinen Zootouren bereite ich mich immer vor und sehe zu, dass ich bereits vor dem Besuch die Erkennungsmerkmale der Elefanten kenne. In Cabarceno war ich aber die ersten drei Tage schon fast verzweifelt, weil es mir nicht gelingen wollte, die Elefanten zu unterscheiden. Schwer war es auch, weil die Elefanten oft auf der ganzen Anlage verteilt waren und ich sich ähnelnde Elefanten nicht mit einande vergleichen konnte.
Aber ab Tag vier ging es. Ich musste mich daran gewöhnen in "Gruppen" zu denken, sie
 zu erkennen und dann die einzelnen Gruppenmitglieder. Die schnell sprechenden und schwer zu verstehenden Pfleger haben mir aber geholfen und freuten sich riesig, als ich das erste Mal alle Namen richtig zuordnen konnte.

 

Da ich die vielen vielen Eindrücke hier gar nicht niederschreiben kann, seht einfach im Fotoalbum nach und schaut, was ich zu sehen bekam.

Ein herzliches Danke schön für eine tolle Zeit geht an Jose, Gema von der Posada Cabareno
und an die Kuratorin des Parks Frau Gallego.

Hier geht’s zur Homepage des Parque de la Naturaleza de Cabárceno